Lima Plaza de Armas
Peru,  Städte

Lima – Highlights der peruanischen Hauptstadt

Nach einer längeren Reise durch den Süden Chiles und Argentiniens im Vorjahr, bin ich ein Jahr später nach einem langen Flug aus Deutschland zum zweiten Mal auf dem südamerikanischen Kontinent angekommen. Nach einer Landung kurz vor Mitternacht, erreichte ich mit dem Taxi gegen ein Uhr morgens die Altstadt von Lima und ich will es offen sagen: Ich war nicht sonderlich angetan.

Wie immer auf Reisen, gewöhnt man sich erstaunlich schnell an neue Umstände und somit war ich wenig später auch mental voll und ganz im schönen Peru angekommen. Mein erster nächtlicher Eindruck von Lima war allerdings nicht unbedingt ein Positiver. Ausladende Armenviertel, unzureichende Straßenbeleuchtung und eine insgesamt recht zwielichtige Atmosphäre waren das erste, was ich auf der Fahrt in die Innenstadt von der peruanischen Hauptstadt wahrnahm. Eine Schlägerei auf offener Straße und ein Rezeptionsmitarbeiter, der bei meiner Ankunft erstmal diverse schwere Metallgitter vom Hoteleingang entfernen musste, taten ihr übriges um mit einem leicht mulmigen Gefühl im Bauch mein Zimmer zu beziehen.

Heute bin ich mir sicher, dass mein erster negativer Eindruck von Lima vorwiegend mit der späten Stunde und dem normalen ersten Kulturschock zu tun hatte, den man meistens erlebt, wenn man von jetzt auf gleich in einem Land mit völlig anderen Lebensbedingungen ankommt. Am nächsten Tag sah die Welt nämlich schon ganz anders aus und ich habe mich im Tageslicht in Lima in keiner Form unsicher gefühlt.

Ich habe nur knapp drei Tage in der Stadt verbracht und kann daher nur meinen generellen Eindruck wiedergeben. Obwohl ich einige wirklich schöne Viertel entdeckt habe, ist Lima dennoch keine Stadt, die ich unbedingt noch einmal besuchen müsste. Im Gegensatz zum vibrierenden, sonnigen Rio de Janeiro, dem alten melancholischen Charme von Buenos Aires, der spannenden Andersartigkeit des bolivianischen La Paz und einigen anderen peruanischen Städten, konnte ich in Lima nicht viel erkennen, das mich noch einmal in die Hauptstadt zurückziehen würde.

Dennoch möchte ich dir hier die wichtigsten Highlights von Lima vorstellen, die du bei deinem Erstbesuch nicht verpassen solltest.

 

Peru Lamas

 

Unterkunft in Lima

 

Ich habe während meines Aufenthalts im Kamana Hotel mitten im historischen Zentrum Limas gewohnt. Es handelt sich dabei um ein klassisches 3-Sterne Stadthotel mit allem nötigen Komfort, das ich dir uneingeschränkt weiterempfehlen kann. Das Kamana Hotel verfügt über eine 24 Stunden Rezeption, gutes WiFi im ganzen Hotel und einem guten, recht umfangreichen Frühstück mit Müsli, Omlettes, Brötchen und Joghurt.

Neben seiner zentralen Lage unweit der Plaza de Armas, punktet die Unterkunft mit einem eigenen Ausflugsschalter um Sightseeingtouren zu buchen. Außerdem bietet das Hotel die Möglichkeit im Vorfeld für kleines Geld Flughafentransfers zu reservieren. Die Zimmer sind einfach und zweckmäßig eingerichtet, haben aber teilweise nur dünne Fenster, die auf einen innenliegenden Korridor hinausgehen. Aus diesem Grund war es, zumindest bei meinem Aufenthalt im Oktober, immer etwas zu kühl im Zimmer.

Obwohl ich mit dem Kamana Hotel rundum zufrieden war, würde ich aus heutiger Sicht möglicherweise eine Unterkunft in einem der südlichen Stadtteile Miraflores oder Barranco wählen und nicht im historischen Zentrum. Hier ist die Sicherheitslage in den Abendstunden besser und außerdem finden sich in den genannten Stadtteilen viele hippe Restaurants.

 

Centro Historico – Die Altstadt von Lima

 

Die historische Altstadt von Lima umfasst nur einen winzigen Teil der Metropole mit ihren fast 10 Millionen Einwohnern und dennoch atmet man in der Altstadt an allen Ecken Geschichte. Lima wurde im Jahr 1535 vom spanischen Eroberer Francisco Pizzaro gegründet und noch heute sind die mediterranen Einflüsse im gut erhaltenen historischen Zentrum nicht zu übersehen. Kopfsteingepflasterte Straßen und niedrige, farbige Bauten mit aufwendig verzierten Holzbalkonen im arabischen Stil dominieren das Stadtbild. Es ist kaum verwunderlich, dass die ganze Altstadt von Lima zum UNESCO Welterbe gehört.

 

Lima Altstadt

Lima Altstadt

Lima Altstadt

 

Das Herz der Stadt ist die Plaza de Armas. Der große Platz beherbergt nicht nur eine Vielzahl schöner, gelber Kolonialbauten, sondern auch eine große Kathedrale, den Regierungspalast von Peru und das Rathaus von Lima. Francisco Pizzaro soll im 16. Jahrhundert eigenhändig den ersten Stein der Kathedrale gelegt haben, heute ist er dort begraben. Neben ihrer historischen Gebäude verfügt die Plaza de Armas über einen schönen 400 Jahre alten Springbrunnen und einladende Grünanlagen. Allein hier kannst du also problemlos einen halben Tag verbringen.

Sehenswert sind in der Altstadt zudem die San Pedro Kirche und die San Francisco Kirche. Letztere hat ein sehr ungewöhnliches, aber schönes Interieur mit einem weißen Anstrich und weinroten Ornamenten. An beide Kirchen sind Klöster angeschlossen, die man auch mit einer Führung besichtigen kann. In der San Pedro Kirche habe ich im Rahmen einer längeren Stadtführung einen Einblick in das Kloster bekommen und kann dir eine entsprechende Tour durchaus weiterempfehlen.

 

Lima Altstadt

Lima Altstadt

 

Miraflores und Barranco

 

Einige Kilometer südlich der Altstadt, finden sich zwei der sehenswertesten Viertel Limas, Miraflores und Barranco. Leider ist Lima so weitläufig, dass es selbst mit einem ausgiebigen Spaziergang nicht möglich ist von der Innenstadt die südlichen Stadtteile zu erreichen. Wenn sich dein Hotel ebenfalls in der Altstadt befindet, bleibt für deinen Weg nach Miraflores und Barranco also nur einer der zahlreichen Minibusse oder eines der preiswerten Taxis.

Miraflores ist der wohlhabendste Stadtteil Limas. Hier finden sich verglaste Hochhäuser, hochwertige Hotelketten, schicke Wohnhäuser, alle internationalen Modemarken und luxuriöse Restaurants. Ein Spaziergang entlang der Pazifikküste in Miraflores lohnt sich auf Grund der schönen Aussicht und den interessanten Bauwerken.

Barranco hingegen ist eher hip, jung und kreativ. Aufwendige Streetart, alternative Bars und eine große Künstlerszene sind hier zu Hause. Sehenswert ist in Barranco vor allem der Bereich rund um die La Ermita Kirche. Die Kirche soll zwar seit Jahren saniert werden, ist heute jedoch noch eher eine Ruine mit provisorischem Dach und zahlreichen großen Vögeln, die in den Nischen der alten Kirche ein zu Hause gefunden haben.

 

Miraflores Peru

Miraflores Peru

Barranco Peru

 

Eine klassische Sehenswürdigkeit, die du dir in Miraflores nicht entgehen lassen solltest, ist die Ausgrabungsstätte Huaca Pucllana. Mitten im Stadtgebiet kann man hier eine große pyramidenartige Ruine aus Lehmziegeln besichtigen. Das ganze heutige Lima wurde auf den Ruinen einer altertümlichen Kultur erbaut, der sogenannten Lima-Kultur. Vor etwa 3.000 Jahren, also noch sehr lange vor den Inka, lebte diese matriarchalische Hochkultur auf dem Gelände der heutigen Hauptstadt. In Huaca Pucllana kann man einige Reste dieser alten Lima-Kultur in Miraflores besichtigen. Führungen werden auf Spanisch und Englisch angeboten und der Eintritt kostet 12 Soles, umgerechnet knapp 3 Euro.

 

Unternehmungen in Lima

 

Einer der Klassiker, die sich meiner Ansicht nach in fast jeder Stadt lohnen, ist eine Free Walking Tour. Lediglich auf Trinkgeldbasis wirst du hier von einem lokalen Guide zu den interessantesten Ecken der Stadt geführt und erfährst dabei allerlei interessante Hintergrundgeschichten.

In Lima kann ich dir den Anbieter Inkan Milky Way ans Herz legen. Sie bieten Walking Touren in mehreren peruanischen Städten an und ich war sowohl in Cusco als auch in Lima äußerst zufrieden mit den Spaziergängen. Das Unternehmen ist in indigener Hand und somit bleibt das Geld zu hundert Prozent im Land.

Die Tour in Lima dauert 2,5 Stunden und findet auf Spanisch und Englisch statt. Treffpunkt ist die La Merced Kirche im historischen Zentrum. Der Spaziergang führt einmal quer durch die Innenstadt, sogar bis zur angeblich kleinsten Kirche der Welt im Stadtteil Rimac. Die Kirche ist in der Tat winzig und sehr sehenswert. Aber Achtung, Rimac ist kein sicheres Viertel! Ohne Gruppe und Guide solltest du hier selbst tagsüber nicht unterwegs sein.

 

Lima Peru

Rimac Peru

Kirche Rimac

Kirche Rimac

 

Eine weitere Attraktion, die vor allem in den Abendstunden sehr sehenswert ist, ist der Circuito Mágico del Agua südlich der Altstadt, direkt neben dem Fußballstadtion. Es handelt sich dabei um einen großen, aufwendig angelegten Park mit zahlreichen beeindruckenden Wasserfontänen, die abends bunt angestrahlt sind. Regelmäßig finden hier sogar Lichtshows mit Musik statt, bei denen Videoprojektionen auf den Wasserfontänen ablaufen. Das Ganze ist ein großes Spektakel sowohl für Touristen als auch für Einheimische. Es macht in jedem Fall sehr viel Spaß die vielen Wasserattraktionen zu entdecken und auf den bekannten Buchungsseiten wie Get Your Guide und Viator, kannst du zahlreiche geführte Touren zum Circuito Mágico del Agua buchen.

 

Circuito Magico del Agua

Circuito Magico del Agua

 

Eine weitere Sache, die ich aus Zeitmangel leider verpasst habe, die ich dir aber sehr ans Herz legen will, ist eine Gourmet Food Tour. Wusstest du, dass sich einige der weltweit führenden Restaurants in Lima befinden? Die Stadt ist längst kein Geheimtipp mehr, wenn es um die moderne High Class Gastronomie geht. Viele Restaurants bieten eine interessante peruanisch-japanische Fusionküche und wer gerne isst, kann sich daher regelrecht durch Lima schlemmen.

Wenn du wenig Zeit hast, aber dennoch einen Einblick in die gehobene Gastronomie Limas bekommen möchtest ist die Lima Goumet Food Tour sicher das Richtige für dich. Für rund 130 US Dollar bekommt man hier ein hochwertiges Menü inklusive Drinks an unterschiedlichen Plätzen der Stadt geboten und der Transfer von und zum Hotel ist ebenfalls inklusive. Auch vegetarische und vegane Optionen werden angeboten. Sollte es mich noch einmal nach Lima verschlagen, dann steht eine solche Gourmet Food Tour auf jeden Fall ganz oben auf der Liste!

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