Buenos Aires
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Buenos Aires – Tipps für die coolste Stadt Südamerikas

Schon seit vielen Jahren war Buenos Aires immer ganz weit oben auf meiner Bucket List. Warum das so war, konnte ich nie genau begründen. Weder hatte ich einen besonderen Bezug zu Argentinien, noch spreche ich Spanisch oder hatte irgendeine konkrete Vorstellung oder Erwartungshaltung, was die Stadt angeht und trotzdem hat es mich immer irgendwie dorthin gezogen.

Mittlerweile war ich bereits zwei mal für mehrere Tage in Buenos Aires und die Schönheit und die Atmosphäre der argentinischen Hauptstadt, hat mich absolut begeistert. Mit den vielen, teils etwas in die Jahre gekommenen, wunderschönen Altbauten und der sehr präsenten Tangokultur, verströmt Buenos Aires eine gewisse Schwermut und ein melancholisches Flair, das mich sehr beeindruckt hat.

Wie sehr die Stadt durch die spanischen und italienischen Einwanderer geprägt wurde, lässt sich sowohl an der Architektur als auch an der Mentalität und der Gastronomie erkennen. Als blonde Mitteleuropäerin, fällt man dort so wenig auf, wie in kaum einer anderen Stadt Südamerikas. Diese Tatsache macht Buenos Aires auch für allein reisende Frauen zu einem sehr angenehmen Reiseziel, das meiner Meinung nach eher in die Kategorie Südamerika Light fällt. Gerade im Stadtzentrum hat man zuweilen das Gefühl sich in einer hippen europäischen Großstadt zu bewegen.

 

Buenos Aires – europäische Eleganz, Nightlife und Villas Miseria

 

Trotzdem sollte man nicht aus den Augen verlieren, dass die sozialen und wirtschaftlichen Gegebenheiten nach wie vor nicht annährend vergleichbar sind. Bei der Fahrt vom Flughafen in die Innenstadt bekommt man einen kleinen Einblick in die Stadtrandgebiete und dort ist man von europäischen Standards noch sehr weit entfernt.

Insgesamt ist für mich Buenos Aires aber eine unglaublich coole und spannende Stadt, die man sich bei einer Südamerikareise auf keinen Fall entgehen lassen sollte.

 

Buenos Aires

 

Im Folgenden habe ich ein paar praktische Tipps und Empfehlungen zusammen gestellt, die dir bei deiner Reiseplanung helfen können.

 

Anreise nach Buenos Aires

 

Der Flug von Deutschland dauert knapp 14 Stunden und von Frankfurt aus sind sogar non stop Verbindungen zum internationalen Flughafen Ezeiza zu bekommen. Die bei weitem beste und sicherste Möglichkeit um in die Innenstadt zu kommen, ist ein Taxi. Direkt nach Verlassen des Zollbereichs findet man einen Taxistand, bei dem man sogenannte Remises buchen kann. Das sind lizenzierte Taxis zum Festpreis. Somit kann man einem möglichen Betrug oder anderen Sicherheitsrisiken durch die zahlreichen Privattaxis im Ankunftsbereich entgehen.

Wenn du noch mehr auf Nummer sicher gehen und seinen Transfer vorab buchen möchte, dem sei GreetersBA empfohlen. Hier wird man mit einem Namensschild am Flughafen empfangen und für rund 2.200 ARS (circa 35 EUR) in die Innenstadt gebracht. Die Fahrer begleiten dich sogar direkt zur Rezeption der Unterkunft. Sicherer geht es kaum und ich habe damit nur gute Erfahrungen gemacht.

 

Unterkunft in Buenos Aires

 

Ich habe bei meinen beiden Aufenthalten in Buenos Aires einmal im Milouse Hostel Hipo in der Avenida Hipolito Yriguyen und einmal im Hotel Mundial auf der Avenida de Mayo gewohnt. Beide Unterkünfte liegen mitten im Stadtzentrum und sind uneingeschränkt zu empfehlen.

Das Milhouse Hostel Hipo nennt sich Party Hostel und daher sollte es dich nicht stören, wenn es hier abends auch mal ein bisschen lauter wird. Dafür ist das Personal dort durch die Bank super freundlich und hilfsbereit und wer andere Reisende kennenlernen will, der ist im Milhouse Hostel Hipo auch bestens aufgehoben.

Wer es etwas ruhiger mag, der wird sich im Hotel Mundial wohler fühlen. Das 2-Sterne Hotel liegt in einem Altbau mitten auf einer der Prachtstraßen der Stadt und bietet ein tolles Preis-Leistungsverhältnis.

 

Devisen, Finanzielles und Inflation

 

Für südamerikanische Verhältnisse ist Buenos Aires eine teure Stadt. Die Preise für Sightseeing, Lebensmittel und Essen im Restaurant sind vergleichbar mit den Preisen in Deutschland. Ich würde dir auf jeden Fall empfehlen einen mittleren Betrag Argentinische Pesos bereits von zu Hause mitzubringen, da beispielsweise die Taxis vom Flughafen nur in der Landeswährung bezahlt werden können.

Ansonsten ist es kein Problem in der Stadt mit allen gängigen Kreditkarten Bargeld am Automaten abzuheben. Zwar muss man je nach Anbieter mit einer höheren Transaktionsgebühr rechnen, aber von der Alternative, den vielen Leuten, die dir auf der Straße anbieten werden Geld zu wechseln, solltest du auf alle Fälle die Finger lassen.

In Zeiten der aktuellen Wirtschaftskrise in Argentinien werden auch US-Dollar sehr verbreitet akzeptiert. Bei meinem zweiten Besuch in Buenos Aires (Ende 2018) war es auf Grund der starken Inflation schon nicht mehr möglich in Deutschland Argentinische Peso zu beziehen. Es sei dem Land sehr zu wünschen, dass sich die Situation bald wieder stabilisiert, der derzeitige Wechselkurs macht Argentinien für Europäer und US-Amerikaner aber zudem finanziell zu einem attraktiveren Reiseziel.

 

Buenos Aires

 

Sicherheit in Buenos Aires

 

Buenos Aires ist keine überdurchschnittlich gefährliche Stadt, allerdings sollte man vor allem abends schon darauf achten in welchen Vierteln man sich bewegt. Nachts zu meiden sind auf alle Fälle La Boca, Constitución und alle Gegenden außerhalb des Zentrums sowie Teile von San Telmo. Relativ sicher bewegt man sich in Recoleta, Palermo, Belgrano, Retiro und auf den großen Straßen in der Innenstadt. Ich war abends in Buenos Aires nie allein unterwegs und würde dir das auch nicht empfehlen. Für südamerikanische Verhältnisse ist Buenos Aires zwar sehr sicher, aber warum ein Risiko eingehen?

Tagsüber gilt das gleiche wie in den meisten Großstädten der Welt: Keine Wertgegenstände offen zur Schau tragen und auf das Bauchgefühl hören. Als Frau muss man entsprechend des südamerikanischen Machismo durchaus mit Blicken oder Flirtversuchen rechnen, negative Erfahrungen habe ich aber keine gemacht.

 

Nötige Sprachkenntnisse

 

Ich spreche kaum Spanisch, hatte jedoch in der Schule Italienisch, wodurch ich mir vieles was ich lese oder höre problemlos herleiten kann. Damit kam ich in Buenos Aires ziemlich gut zurecht. Generell würde ich aber immer empfehlen wenigstens ein paar Brocken der Sprache zu lernen, da man doch häufig auf Menschen trifft, die keinerlei Englisch sprechen. Dazu gehört aus meiner Erfahrung zum Beispiel die Mehrheit der Taxifahrer und gerade wenn man auch ein bisschen Kontakt zu Einheimischen haben möchte, hilft die Landessprache natürlich ungemein.

 

Was du dir auf jeden Fall anschauen solltest

 

Am besten erkundet man die Stadt zu Fuß. Wenn du in der Innenstadt wohnst, sind außer La Boca und Palermo alle interessanten Viertel problemlos mit einem Spaziergang zu erreichen. Die Avenida 9 de Julio ist die Hauptschlagader der Stadt und sollte auf jeden Fall einmal abgelaufen werden. Die rund 20-spurige Straße ist eine der breitesten Straßen der Welt und schon allein deshalb mehr als beeindruckend.

In der Mitte der 9 de Julio befindet sich ein großer Obelisk, eines der Wahrzeichen der Stadt. Abends erinnert der Platz um den Obelisken mit dem hohen Verkehrsaufgebot und den vielen Leuchtreklamen ein bisschen an den New Yorker Times Square.

 

 

Auf der 9 de Julio ein Stückchen weiter Richtung Norden, kommt man ans Teatro Colon, eines der berühmtesten Opernhäuser der Welt. Dort kann man eine einstündige Führung machen, die mit umgerechnet 15 EUR zwar relativ teuer ist und einen leider nicht in den Hinterbühnenbereich führt, wer sich allerdings für Architektur und Kunst interessiert, für den wird der imposante Foyerbereich und das monumentale Auditorium, definitiv ein Highlight sein.

Am nördlichen Ende der Avenida 9 de Julio beginnt der schicke Stadtteil Recoleta. Dabei handelt es sich um das reichste Viertel von Buenos Aires, in dem schicke Apartmentblocks, Edelrestaurants und 5-Sternehotels vorherrschend sind. Sehenswert ist auf jeden Fall der dort befindliche Cementerio de la Recoleta. Bekannt ist der Friedhof vor allem für das Grab von Eva Péron, alias Evita, aber auch unabhängig davon ist er mit seinen unzähligen Mausoleen und Engelsstatuen definitiv einen Besuch wert.

Wenn du mehr über den Friedhof und die Menschen erfahren willst, die dort begraben sind, empfehle ich dir an einer Führung teilzunehmen. Montag bis Freitag um 15:00 Uhr kann man sich ohne Voranmeldung für umgerechnet 7,50 EUR für zwei Stunden über den Friedhof führen lassen. Weitere Infos dazu findest du hier. Auch die anderen Touren, die du auf der Seite findest, kann ich dir nur ans Herz legen. Völlig kostenlos und nur auf Trinkgeldbasis, kann man hier an ausführlichen und sehr interessanten Stadtrundgängen teilnehmen.

 

Recoleta

Puerto Madero

 

Lohnenswert ist auch ein Spaziergang am Hafen von Puerto Madero. Hier finden sich in alten Backsteinhäusern heute viele hippe Restaurants und man hat eine tolle Aussicht auf die gegenüberliegenden Wolkenkratzer.

Die Puente de la Mujer ist in ihrer Architektur einem Tango tanzenden Paar nachempfunden. Auch wenn man, um dies zu erkennen, ein bisschen Fantasie benötigt, ist die futuristische Fußgängerbrücke in Puerto Madero definitiv sehenswert.

Eine weitere Prachtstraße, die du in Buenos Aires kaum verpassen kannst, ist die Avenida de Mayo. Sie verläuft horizontal durch die Stadt und wird auf der einen Seite von der Plaza de Mayo mit der darauf befindlichen Casa Rosada (dem Präsidentenpalast) und auf der anderen Seite vom Kongressgebäude abgeschlossen. Dazwischen befinden sich auf der Allee unzählige beeindruckende Gebäude verschiedenster Stilrichtungen, wie beispielsweise der Palacio Barolo, dessen Architektur Dantes göttlicher Komödie nachempfunden ist. Auch das Café Tortoni, eines der ältesten Cafés der Stadt liegt auf der Avenida de Mayo.

 

Buenos Aires

Avenida de Mayo

 

Ein weiteres touristisches Highlight ist der eher sozial schwache Stadtteil La Boca. Hier sind die kleinen bunten Holzhäuser zu finden, die man heute sofort mit Buenos Aires in Verbindung bringt. La Boca ist das Viertel der ehemaligen europäischen Einwanderer und der Geburtsort des Tango. Die bunten Häuser sind definitiv einen Besuch wert, allerdings sind die farbenfrohen Straßen in La Boca so sehr vom Tourismus beherrscht, dass die Authentizität leider etwas darunter leidet.

Überall kann man sich mit Tangotänzern fotografieren lassen und ein Souvenirladen reiht sich an den anderen. Auch tagsüber sollte man dennoch Acht geben die Touristenpfade nicht zu verlassen um sich keinem unnötigen Sicherheitsrisiko auszusetzen. Generell gehört ein Besuch von La Boca definitiv zu Buenos Aires dazu, aber für mich persönlich zeigt sich die echte Schönheit der Stadt eher im Zentrum.

Angrenzend an das noble Recoleta findet sich im Norden von Buenos Aires der Stadtteil Palermo. Wer einmal das berühmte Nachtleben der Metropole erleben möchte, ist hier genau richtig. Noch morgens um 4 Uhr sind hier vielerorts die Straßen gefüllt und neben unzähligen tollen Restaurants, Clubs und hippen Bars, finden sich in Palermo außerdem viele kreative Designer Läden, kleine Start Ups und eine spannende Street Art Szene.

Palermo ist von der Innenstadt nicht fußläufig erreichbar. Mit der Subte, der U-Bahn von Buenos Aires, gelangt man aber innerhalb einer guten Viertelstunde dorthin.

 

Tango

 

Auf keinen Fall entgehen lassen sollte man sich natürlich eine Tango Show in Buenos Aires. Die Mehrheit dieser Shows findet zwar ausschließlich für den Tourismus statt, aber da die Tangokultur in der Stadt einfach so allgegenwärtig ist, habe ich mir trotzdem zwei verschiedene Programme angeschaut.

Leider existiert gerade diejenige, die mich am meisten überzeugt hat, nicht mehr und ich kann sie dir daher nicht mehr weiterempfehlen. Die zweite Show, die ich gesehen habe, war Tango Porteno, eine Tangoshow in einem großen Theater auf der Avenida 9 de Julio. Hier gibt es verschiedene Buchungsvarianten, mit oder ohne Abendessen. Die Show war professionell und gut, für mich kam der Charme dieses tollen Tanzstils in einem solch großen Theater aber ein bisschen zu kurz und aus meiner Erfahrung würde ich heute eher dazu raten, eine traditionelle Milonga zu besuchen.

Milongas sind klassische Tanzveranstaltungen, die vor allem von Einheimischen besucht werden und immer erst zu sehr später Stunde beginnen. Alle, die das nicht abschreckt, haben hier aber die Möglichkeit den Tango auf seine authentischste Art und Weise zu erleben und möglicherweise auch selbst das Tanzbein zu schwingen.

 

 

Last but not least sollte ein kurzer Abstecher in der El Ateneo Grand Splendid Buchhandlung in der Avenida Santa Fe nicht fehlen. Der Laden ist in einem alten Theater untergebracht und mehr als sehenswert. Auf der ehemaligen Bühne kann man Kaffee trinken und im Zuschauerraum durch die Bücherregale stöbern. Top!

 

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